Christoph Hirte: "Wir haben unseren Sohn ans Internet und hier insbesondere an World of Warcraft verloren. Er hat zunehmend alle sozialen Kontakte verloren, immer mehr Zeit vor dem PC verbracht und war bald telefonisch nicht mehr zu erreichen. Dann hat er sein Studium vernachlässigt und ließ seine Wohnung verwahrlosen. Er hat dann schließlich sein Studium aufgegeben und ließ sich exmatrikulieren. Nun hat er Sozialhilfe beantragt. Wir haben jeden Kontakt verloren. Für ihn ist nur noch das Online-Rollenspiel World of Warcraft interessant, dessen Herausforderungen in der virtuellen Welt wir für höchst suchterregend halten."
Elterninitiative rollenspielsucht.de: Schätzungsweise 2 Millionen Süchtige
Aus den eigenen schmerzlichen Erfahrungen heraus haben die Eltern eine Initiative Betroffener gegründet und das Selbsthilfe- und Suchtprophylaxe-Forum rollenspielsucht.de (http://www.rollenspielsucht.de/) ins Leben gerufen - genau vor einem Jahr am 8. Mai 2007, passend zum Geburtstag des verlorenen Sohnes. Das Portal macht auf die weitgehend unbekannte Mediensucht aufmerksam und veröffentlicht sehr viele informative Texte, darunter das "Interview mit einem WoW-Süchtigen" und das "Tagebuch eines Betroffenen". Hinzu kommen Hinweise auf Kliniken und Suchtberatungsstellen. Außerdem werden Selbsthilfegruppen vermittelt.
Christine Hirte: "Wir gehen inzwischen von 2 Millionen Online-Süchtigen aus, von denen bereits 600.000 Kinder und Jugendliche sind - Tendenz stark steigend. rollenspielsucht.de möchte eine Lobby schaffen für alle, die den Online-Spielen verfallen sind, an der Schwelle zur Sucht stehen oder die sich aus der Sucht, die zur sozialen und emotionalen Verarmung führt, wieder lösen möchten. Es ist wichtig, hier Aufklärungsarbeit zu leisten. Das Problem der Rollenspielsucht wird von vielen noch nicht für voll genommen."
Elterninitiative rollenspielsucht.de schlägt medienfreien Tag vor
Es ist doch ganz einfach, einen Test durchzuführen, wie spielsüchtig der eigene Nachwuchs bereits ist. Die Elterninitiative rollenspielsucht.de nutzt den Geburtstag zum einjährigen Bestehen, um eine öffentliche Forderung zu stellen: Der 8. Mai soll zur medienfreien Zone in den Familien erklärt werden.
Diese "Auszeit" kostet kein Geld und bringt einen starken Nutzen: Die Familie beschäftigt sich einmal nicht mit dem Fernseher, dem Computer oder den verschiedenen stationären oder mobilen Spielekonsolen, sondern - miteinander. So kommt der ungehemmte Mediengebrauch (Medienmissbrauch?) einmal zum Erliegen und Eltern und Kinder können dem Kommunikationsstillstand und der Sprachlosigkeit etwas entgegensetzen.
Dabei beobachten die Eltern oft einen starken Aggressionsausbruch bei den Kindern, wenn sie dazu aufgefordert werden, den PC oder die Spielekonsole auszuschalten. Diese Streitigkeiten können regelrecht eskalieren und das Familienklima weiter vergiften. Aus dieser Grundsituation heraus eskaliert der Streit um den Computer immer mehr, wie zahlreiche Briefe an die Elterninitiative beweisen.
Der Übergang von exzessivem Mediengebrauch zur Sucht ist fließend und vollzieht sich nahezu unbemerkt in den eigenen vier Wänden. Die virtuelle Welt der Online-Rollenspiele bietet die Möglichkeit, sich in einer Scheinexistenz ein "zweites Leben" aufzubauen - in vielen Fällen finden die jungen Menschen den Weg nicht mehr zurück. Wenn der Computer zur Droge wird, verliert das reale Leben mehr und mehr an Bedeutung.
Christoph Hirte: "Ein öffentlich befürworteter und von den Medien getragener medienfreier Tag im Jahr ist wichtig. Noch besser ist es natürlich, wenn die Familien von selbst tätig werden und einen festen Tag in der Woche einrichten, an dem der Computer nicht eingeschaltet wird - und ein attraktives Alternativprogramm aufgestellt wird. Unserer Erfahrung nach ist es auch sehr wichtig, sehr klare Regeln aufzustellen, sobald die Kinder in das Alter kommen, in dem elektronische Medien genutzt werden. Fernseher, Computer und Internet-Anschluss gehören auch nicht ins Kinderzimmer. Außerdem muss es ein Zeitlimit geben und die Eltern müssen sich die Zeit nehmen, um zu überprüfen, was die Kinder da spielen - und wie lange."
Elterninitiative rollenspielsucht.de fordert Anerkennung des Suchtpotenzials
Die Elterninitiative rollenspielsucht.de fordert außerdem, dass das hohe Suchtpotential etlicher Online-Rollenspiele endlich als Kriterium für die Vergabe der USK-Altersfreigabe für neue Spiele mit herangezogen wird.
Außerdem muss die Online-Sucht dringend als Krankheit anerkannt werden - auch mit der Konsequenz, dass die Politik Fördergelder zur Verfügung stellt, damit in diesem Bereich eine bessere Aufklärungsarbeit geleistet werden kann. Ein sehr wichtiges Projekt wäre dabei etwa die Finanzierung des von Gabriele Farke (http://www.onlinesucht.de/) konzipierten Projekts "HSO-Gildenhaus", das ausstiegswilligen jungen Menschen während der Wartezeit auf einen Therapieplatz oder danach zur Wiedereingliederung eine betreute Begegnungsstätte zur Verfügung stellt.
Passend zum einjährigen Jubiläum von rollenspielsucht.de und auch zum 24. Geburtstag ihres ans Internet verlorenen Sohnes haben Christine und Christoph Hirte das "Segenslied der Eltern für ihr verlorenes Kind" (http://www.rollenspielsucht.de/Segenslied/) auf die Homepage gestellt. (5510 Zeichen, zum kostenlosen Abdruck freigegeben)
Homepage: http://www.rollenspielsucht.de/
Segenslied: http://www.rollenspielsucht.de/Segenslied/
Schreiben der Drogenbeauftragten der Bundesregierung: http://www.rollenspielsucht.de/resources/drogenbeauftragte.pdf
Weiterführende Kontaktdaten
Informationen zum verantwortlichen Unternehmen:
Christine und Christoph Hirte, Hermann-Hummel-Str. 25, 82166 Gräfelfing
E-Mail: christoph.hirte@rollenspielsucht.de
Web: http://www.rollenspielsucht.de/
Journalisten wenden sich bitte an die aussendende Agentur:
Pressebüro Typemania GmbH
Carsten Scheibe (GF), Werdener Str. 10, 14612 Falkensee
Tel: 03322-50 08-0
Fax: 03322-50 08-66
E-Mail: info@itpressearbeit.de
Internet: http://www.itpressearbeit.de/
HRB: 18511 P (Amtsgericht Potsdam)
Gerne vermitteln wir Ihnen ein Interview oder versorgen Sie mit weiterführenden Informationen. Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns über Veröffentlichungen auf dem Laufenden halten. Bei Online-Texten reicht uns ein Link, ansonsten freuen wir uns über ein Belegexemplar, einen Scan, ein PDF oder über einen Sendungsmitschnitt.










